Fürst Metternich als der dominierende Politiker des Deutschen Bundes sah in der Hambacher Demonstration den sicheren Beweis, daß die „Pest der Revolution " sich von neuem in Deutschland auszubreiten begann. Er zog die Schraube an und alarmierte den Deutschen Bund, der mit scharfen Gegenmaßnahmen reagierte: Politische Vereine und Volksversammlungen sowie die meisten Oppositionsblätter wurden verboten, die Zensur verschärft, die Überwachung Verdächtiger und die Auslieferung politischer Flüchtlinge, wenn nötig mit militärischer Hilfe, angekündigt. Die Farben Schwarz-Rot-Gold wurden verboten.

Diese Überwachungsmethoden ließen Tausende flüchten. Hunderte landeten in Gefängnissen, weil sie für die Freiheit demonstriert hatten. Das Berliner Kammergericht allein verurteilte 204 Studenten, darunter auch Teilnehmer am Hambacher Fest.

Beschluß des Deutschen Bundestages vom 10. Dezember 1835

Nachdem sich in Deutschland in neuerer Zeit, und zuletzt unter der Benennung „das junge Deutschland" oder „die junge Literatur" eine literarische Schule gebildet hat, deren Bemühungen unverhohlen dahin gehen, in belletristischen, für alle Klassen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden sozialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören: so hat die Deutsche Bundesversammlung - in Erwägung, daß es dringend notwendig sei, diesen verderblichen, die Grundpfeiler aller gesetzlichen Ordnung untergrabenden Bestrebungen durch Zusammenwirken aller Bundesregierungen sofort Einhalt zu tun, und unbeschadet weiterer, vom Bunde oder von den einzelnen Regierungen zur Erreichung des Zweckes nach Umständen zu ergreifender Maßregeln - sich zu nachstehenden Bestimmungen vereinigt:

1. Sämtliche deutsche Regierungen übernehmen die Verpflichtung: gegen die Verfasser. Verleger, Drucker und Verbreiter der Schriften aus der unter der Bezeichnung „das junge Deutschland" oder „die junge Literatur" bekannten literarischen Schule, zu welcher namentlich Heinrich Heine, Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Ludolf Wienbarg und Theodor Mundt gehören, die Straf- und Polizeigesetze ihres Landes, sowie die gegen den Mißbrauch der Presse bestehenden Vorschriften nach ihrer vollen Strenge in Anwendung zu bringen, auch die Verbreitung dieser Schriften, sei es durch den Buchhandel, durch Leihbibliotheken, oder auf sonstige Weise, mit allen ihnen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern.

2. Die Buchhändler werden hinsichtlich des Verlags und Vertriebs der oben erwähnten Schriften durch die Regierungen in angemessener Weise verwarnt, und es wird ihnen gegenwärtig gehalten werden, wie sehr es in ihrem wohlverstandenen eigenen Interesse liegt, die Maßregeln der Regierungen gegen die zerstörende Tendenz jener literarischen Erzeugnisse auch ihrerseits, mit Rücksicht auf den von ihnen in Anspruch genommenen Schutz des Bundes, wirksam zu unterstützen.

3. Die Regierung der Freien Stadt Hamburg wird aufgefordert, in dieser Beziehung insbesondere der Hoffmann- und Campeschen Buchhandlung in Hamburg, welche vorzugsweise Schriften obiger Art in Verlag und Vertrieb hat, die geeignete Verwarnung zugehen zu lassen.

 

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