Erstürmung der Düppeler Schanzen

Am 18. April 1864 eroberten preußische Truppen die dänische Festungsanlage (zeitgenossischer Holzstich)

Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, der sich an der sogenannten Schleswig-HolsteinFrage entzündete, kämpften Preußen und Österreich ein letztes Mal Seite an Seite. Die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg, der dänischen Krone in Personalunion verbunden, waren überwiegend deutschsprachig; Holstein und Lauenburg außerdem Mitglieder des Deutschen Bundes. Eine starke deutsche Bewegung forderte die Trennung der Herzogtümer von Dänemark, eine ebenso engagiert national gestimmte dänische Partei verlangte hingegen die Eingliederung in den dänischen Staat. Die Rechtslage war ein höchst kompliziertes Durcheinander von Fürsten-, Bundes-, Landes-, National-, Vertrags-, Erb- und Thronfolgerechten.

Die verwickelte Situation wurde brisant, als der dänische König 1863 eine Verfassung erließ, die für Dänemark und Schleswig gemeinsam gelten sollte und so die Eingliederung Schleswigs in Dänemark vorbereitete. Dieser Schritt war ein offener Bruch des Londoner Protokolls von 1852, in dem Dänemark garantiert hatte, Schleswig nicht seinem Königreich einzugliedern und Holstein als Mitglied des Deutschen Bundes selbständig zu erhalten. Österreich und Preußen drängten auf umgehende Aufhebung der neuen Verfassung. Aber Dänemark weigerte sich. Der Krieg war da. Auf den Düppeler Schanzen erfochten die deutschen Truppen einen raschen Sieg. Zwei Tage später entschloß sich Dänemark zum Waffenstillstand. Dänemark mußte die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg abtreten, die von Österreich und Preußen gemeinsam regiert werden sollten.

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