Karikatur auf Bismarcks Rolle in der europäischen Politik

Die Außenpolitik des Deutschen Reiches nach 1871 war von dem Ziel der Friedenssicherung in Europa und der Absicherung des Deutschen Reiches durch Bündnisse bestimmt. Bismarck erwies sich als genialer Jongleur in der komplizierten deutschen Situation als starker Staat mit Ost-, Süd- und Westgrenzennachbarn. Nach dem Sieg über Frankreich und der für Frankreich so demütigenden Aneignung Elsaß-Lothringens war an ein Bündnis mit Frankreich auf lange Sicht nicht zu denken. Im Gegenteil, Bismarcks Hauptziel mußte immer sein, ein Bündnis Frankreichs mit einer der anderen europäischen Großmächte gegen Deutschland zu verhindern.

Für Frankreich hätte sich zunächst ein Bündnis mit Rußland angeboten, was eine Umklammerung Deutschlands von West und Ost bedeutet hätte. In geschickter Pflege der guten deutsch-russischen Beziehungen, wobei Bismarck auch seine Erfahrungen als Gesandter am Petersburger Hof vor 20 Jahren zugute kamen, und in diplomatisch äußerst geschickt geführten Verhandlungen mit Österreich, bei denen sich die Schonung Österreichs nach dem Sieg bei Königgrätz auszahlte, gelang Bismarck im Jahre 1873 ein Bündnis, das Deutschland nach zwei Seiten absicherte: das Dreikaiserabkommen, in dem Deutschland, Rußland und Österreich sich verpflichteten, entstehende Spannungen auf friedlichem Wege zu lösen.

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