Friedrich Wilhelm IV. von Preußen

Das Kölner Dombaufest 1842

Der Thronwechsel in Preußen im Jahre 1840 wurde von den liberalen Kräften des Landes mit großen Erwartungen begrüßt. Die ersten Maßnahmen des jungen Königs Friedrich Wilhelm IV. (1840-1861) schienen den Hoffnungsvollen recht zu geben: Er übte Wiedergutmachung an den Opfern der Demagogenverfolgung und lockerte die Zensur. Anläßlich des Kölner Dom-Baufestes zum Weiterbau des Kölner Doms und der 1000-Jahr-Feier des Reiches appellierte er an romantisch-nationale Träume. Die Unterstützung des preußischen Königs war entscheidend für die Wiederaufnahme der Bauarbeiten zur Vollendung des Kölner Doms gewesen, der als ein Symbol des deutschen Reiches galt. Der preußische Staat leistete den größten Beitrag zur Finanzierung. Auch darin zeigte sich, daß Friedrich Wilhelm IV. ein rückwärtsgewandter, lebensfremder Romantiker war, der nicht daran dachte, das Verfassungsversprechen seines Vaters einzulösen und sein Volk an der Regierung zu beteiligen. Friedrich Wilhelm IV. hielt zwar vielversprechende Reden, die mehr zu enthalten schienen, als er tatsächlich meinte, der sich in Träumen von einem patriarchalischen Vertrauensverhältnis von Volk und Landesherrn verlor, von der deutschen Vergangenheit träumte und zu wenig Realist war, um die politische Situation richtig einzuschätzen und danach zu handeln. Auch der von ihm betriebene Plan eines „ Vereinigten Landtages" war weit von dem entfernt, was die Zeit unter „Volksvertretung" verstand. Als dieser Landtag dann endlich einberufen wurde, trug das altertümliche Gremium mit den sehr eingeschränkten Aufgaben zum Unmut der Öffentlichkeit erheblich bei.
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