Otto von Bismarck

Nach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 hatte Österreich den Bundestag im September 1850 wiedereinberufen. Er wurde 1851 feierlich und offiziell wiedereröffnet; und Österreich war entschlossen, die Vormachtstellung in Deutschland wiederzugewinnen und damit an die Zeiten Metternichs anzuknüpfen. Doch Fürst Otto von Bismarck (1815-1898), der 1851 zu seiner und vieler anderer Überraschung als preußischer Gesandter nach Frankfurt a. M. entsandt worden war, war nicht der Mann, der in diskreter Verständigung mit Österreich die beiden Großmächte in Deutschland im Gleichgewicht halten wollte. Er vertrat Preußen kompromißlos und betrieb Machtpolitik, indem er die preußischen Ansprüche unverhohlen vertrat.  Bismarck agierte schroff und leidenschaftlich, zäh und wendig, reizbar und scharfsinnig und ging er in den acht Jahren seiner Frankfurter Bundestagstätigkeit immer mehr auf Konfrontationskurs zu Österreich.

Auch die europäische Machtkonstellation änderte sich zuungunsten Österreichs. Der Krimkrieg (1853/4-1856) und die blutigen Niederlagen gegen die italienische Unabhängigkeitsbewegung 1859 schwächten indirekt auch das Habsburgerreich erheblich, weil die Bündnisse Österreichs mit der Türkei und den Westmächten alte russisch-österreichische Bindungen zerstörten und stattdessen eine neue Feindschaft begründeten..

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