Die Schlacht bei Königgrätz  (Gemälde von Christian Sell)

Anfang 1866 sah Bismarck die Zeit für gekommen, nun endlich mit Österreich abzurechnen und die preußische Vorherrschaft in Deutschland zu sichern, notfalls durch einen Krieg. Beide Seiten suchten nur noch Verbündete. Als Italien sich offen auf die Seite Preußens stellte, war das für Osterreich ein Grund, am 21. März 1866 mobil zu machen. Daraufhin marschierte Preußen demonstrativ im österreichisch verwalteten Holstein ein.

Der Krieg wurde der kürzeste der Geschichte, und er endete ganz unerwartet mit einem überlegenen preußischen Sieg. In der Schlacht bei Königgrätz (Schlacht bei Sadowa) in Nordböhmen trafen die Heere am 3. Juli 1866 aufeinander - rund 450 000 Soldaten. Es war die größte Schlacht des 19. Jahrhunderts. Am Abend war alles entschieden. Die Verluste der Österreicher waren entsetzlich - etwa 30 000 Tote; der Verlust der Preußen betrug 9200 Tote und Verwundete, der der Sachsen 1500 Tote, Verwundete und Gefangene.

Preußen verdankte den Sieg seiner ausgezeichnet ausgebildeten und geschickt geführten Armee, vor allem aber auch den neuesten technischen Errungenschaften, die Generalstabschef von Moltke geschickt zu nutzen verstand: den neuen Zündnadelgewehren, mit denen man sieben Schuß pro Minute abgeben konnte (die österreichischen Gewehre brachten es nur auf zwei Schuß), den Eisenbahnlinien, auf denen man die Truppenmassen rasch transportieren und verschieben konnte, und den Telegraphen, mit denen Moltke die drei Armeeteile so führen konnte, daß sie genau zur gleichen Zeit auf dem Schlachtfeld zusammenkamen.

Bismarck, der so entschlossen diesen Krieg zur endgültigen Auseinandersetzung mit Österreich betrieben hatte, schloß nun ebenso zielstrebig endgültig Frieden. Er hielt den preußischen König und seine Generäle von jeder Demütigung der Österreicher zurück und setzte in den Nikolsburger Friedensverhandlungen eine größtmögliche Schonung des besiegten Österreich durch. So kam einer der maßvollsten Friedensschlüsse der jüngeren Geschichte zustande. Er ließ die Möglichkeit für Preußen offen, sich, wie Bismarck schrieb, „mit dem heutigen Gegner wieder zu befreunden ". Dazu durfte Preußen sich Schleswig und Holstein einverleiben, Kurhessen, Frankfurt und Hannover ebenfalls.

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