A. Binzer nach der Unterdrückung der Burschenschaft. Jena, 26. November 1819, Wir hatten gebauet....

 

Wir hatten gebauet

ein stattliches Haus,

und drin auf Gott vertrauet

Trotz Wetter, Sturm und Graus.

 

Wir lebten so traulich,

so einig, so frei;

den Schlechten ward es graulich,

wir hielten gar zu treu.

 

Sie lugten, sie suchten

nach Trug und Verrat,

verleumdeten, verfluchten

die junge, grüne Saat.

 

Was Gott in uns legte,

die Welt hat´s veracht´,

die Einigkeit erregte

bei Guten selbst Verdacht.

Man schalt es Verbrechen,

man täuschte sich sehr;

die Form kann zerbrechen,

die Liebe nimmermehr.

 

Die Form ist zerbrochen

von außen herein;

doch was man drin gerochen,

ist eitel Dunst und Schein.

 

Das Band ist zerschnitten,

was schwarz, rot und gold,

und Gott hat es gelitten,

wer weiß, was er gewollt!

 

Das Haus mag zerfallen -

was hat´s denn für Not?

Der Geist lebt in uns allen,

und unsre Burg ist Gott!

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