August Bebel

Wilhelm Liebknecht

Das Interesse der Arbeiter an der Arbeiterbewegung nahm immer mehr zu: Arbeiterbildungsvereine wurden überall zu einem Treffpunkt der Bildung, der Geselligkeit und des politischen Austausches. Der Vorsitzende des Leipziger Arbeiterbildungsvereins war ein ehemaliger Drechslergeselle, der mit einem kleinen, eigenen Betrieb zu einigem Wohlstand gekommen war. Er hatte in seiner armseligen Kindheit und Jugend die ganze Härte des Arbeiterlebens erfahren, nun war er zum engagierten Sozialisten geworden: August Bebel (1840 -1913). Er traf im August des Jahres 1865 Wilhelm Liebknecht (1826-1900), der nach 13 Jahren aus dem Exil in London zurückgekehrt war und in Leipzig Arbeit suchte. Liebknecht war in London zum überzeugten Anhänger von Marx und Engels geworden. Unter seinem Einfluß wurde Bebel zum überzeugten Marxisten. Liebknecht trat als Sprachlehrer und „Reiseprediger" dem Arbeiterbildungsverein bei. Ein Jahr später, nach dem Sieg Preußens über Österreich, gründeten Bebel und Liebknecht die antipreußische „Sächsische Volkspartei ". Im Jahre 1867 zogen sie als deren Abgeordnete in den Reichstag des Norddeutschen Bundes ein. Im August 1869 gründeten Bebel und Liebknecht in Eisenach die „Sozialdemokratische Arbeiterpartei ". Ihr Programm umfaßte: allgemeines Wahlrecht für ganz Deutschland, direkte Gesetzgebung durch das Volk, den Normalarbeitstag, Staatshilfe für Produktionsgenossenschaften, Trennung von Staat und Kirche sowie die republikanische Staatsform.
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