Die Schlacht bei Auerstedt

Preußen erklärte Napoleon wegen der Verletzung seines ansbachischen Territoriums durch französische Soldaten den Krieg. Napoleon reagierte sofort. In wenigen raschen Bewegungen seiner Truppen überholte er die preußischen Truppenteile und isolierte sie voneinander. Die schlecht ausgerüstete und schlecht vorbereitete preußische Armee wurde am 14. Oktober 1806 bei Jena von Napoleon selbst und bei Auerstedt von Marschall Davout (1770-1823) vernichtend geschlagen. Der militärischen folgte die moralische Katastrophe. Eine preußische Festung nach der anderen kapitulierte vor den Franzosen, in kürzester Zeit war der größte Teil Preußens unter französischer Besatzung. Der preußische König mit seiner Familie und dem Hof verließ Berlin und floh nach Königsberg in Preußen. Der Stadtkommandant von Berlin gab die Parole aus: „Der König hat eine Bataille verloren. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht." Am 27. Oktober desselben Jahres zog Napoleon durch das Brandenburger Tor in das eroberte Berlin.

Der Friede von Tilsit, der kurz darauf geschlossen wurde, war verheerend. Preußen blieb zwar als Staat erhalten, verlor aber etwa die Hälfte seines Gebietes und behielt nur seine Kernprovinzen Brandenburg, Preußen, Pommern und Schlesien. Alle linkselbischen, niederrheinischen und westfälischen Gebiete sowie die letzten Erwerbungen aus den Polnischen Teilungen mußte es abtreten.

Aus Kurhessen, Hannover, Braunschweig, den preußischen Provinzen westlich der Elbe und (nur zum geringen Teil) westfälischen Gebieten machte Napoleon das Königreich Westfalen für seinen jüngeren Bruder Jerome (1807-1813). Preußen - oder was noch von ihm übrig war - blieb von französischen Truppen besetzt. Sie sollten erst abgezogen werden, wenn eine Kriegsentschädigung in nicht näher bestimmter Höhe gezahlt war. Das Land war aus der Reihe der europäischen Großmächte vorerst ausgeschieden.

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