Zum dritten Mal in 60 Jahren kam es 1848 in Frankreich zur Revolution. Im Februar 1848 hatten Arbeiter und Studenten die Abdankung des französischen „Bürgerkönigs" Louis Philippe (1830-1848) und die Einführung der Republik erzwungen. Drei Tage später brachen in dem benachbarten Baden die ersten Unruhen aus. In Mannheim kam es zu einer Massenversammlung, welche erregt Pressefreiheit, Vereinsrecht und ein „allgemeines deutsches Parlament" forderte. Die Badische Regierung ersetzte drei als „reaktionär" geltende Minister durch liberale Politiker und hob die Feudallasten für die Bauern auf. Die Lage beruhigte sich wieder. Auch in Sachsen, Schlesien und am Rhein kam es zu ähnlichen Versammlungen mit ähnlichen Forderungen und ähnlichen Zugeständnissen. Noch gelang es, Blutvergießen zu vermeiden.

Nur in Bayern verliefen die Ereignisse etwas dramatischer und mit pikanten Begleiterscheinungen: Kurz vor den französischen Ereignissen kam es in München zu einem Aufruhr, in dem sich die Auflehnung gegen die reaktionäre Haltung des Königs Ludwig I. (1825-1848) mit moralischer Entrüstung über sein Verhältnis zu der schönen spanischen Tänzerin Lola Montez (1818-1861) mischte. „Die Schöne" hatte den alten Verehrer nicht nur ein Vermögen gekostet - sie mischte sich auch in Staatsgeschäfte. Das war selbst den königstreuen Münchnern zuviel. Sie zwangen den König zur Ausweisung seiner Geliebten, waren aber sehr bestürzt, als er nun seinerseits die Konsequenzen zog und am 20. März zugunsten seines Sohnes abdankte.

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